Die Sims 4 Plauderecke

simantha79924

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Ja das stimmt. Ich war zuvor noch nie in Venedig. Letztes Jahr war ich dann dort und hab sofort an Las Vegas gedacht :lol:.
Das Bellagio hat mir so gefallen mit dem Springbrunnen. Als ich die Show zum ersten Mal gesehen habe, war ich zu Tränen gerührt. Das war so faszinierend, dazu die Musik "Spiel mir das Lied vom Tod". Gott... :love:

Die Show hab ich leider nicht gesehen :(, wir waren beim Treasure Island zur Piraten-Show. War für unsere Jungs interessant. Und ziemlich heiß war es, wir waren nämlich im Juli da :lol: wegen der Sommerferien. Aber dafür war's nicht so teuer :lol:.
 
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Nein alleine hab ich wirklich keine Lust :(. Ich bin sonst schon immer alleine während meiner begrenzten Freizeit. Wobei ich das sehr geniesse, weil ich in meinem Job viel mit Leuten zu tun habe %). Ich bin früher oft mit meiner Schwester gereist, aber nun hat sie den Kontakt abgebrochen. Jetzt reise ich halt mit meinem Vater :lol:. Wir machen immer kurze Städtetrips.

Ich wünsch dir schon jetzt ganz viel Spass in Kanada und in den USA :). Wo genau gehst du denn hin wenn ich fragen darf? In Kanada war ich noch nie (soll der Schweiz aber ähneln :D). Ich war schon in Florida und Las Vegas.
Städtetrips sind auch schön. :)


Ich fliege zuerst nach Vancouver. Von dort geht es noch mit einem kleinen Wasserflugzeug auf eine Insel wo es nichts gibt. (ehrlich, nicht einmal Lebensmittel bekommt man dort) Meine Freundin macht dort ein Auslandsjahr und die besuche ich. Dann wieder zurück nach Vancouver und von dort aus zuerst nach Seattle und dann noch nach New York und via Zürich zurück nach Wien.
 

Nabila

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Die Show hab ich leider nicht gesehen :(, wir waren beim Treasure Island zur Piraten-Show. War für unsere Jungs interessant. Und ziemlich heiß war es, wir waren nämlich im Juli da :lol: wegen der Sommerferien. Aber dafür war's nicht so teuer :lol:.

Hab dir mal ein Video rausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=P7YFaadvU7s
Im Juli hätte ich das glaub ich nicht überlebt! Ich war im Dezember dort. Habt ihr auch einen Rundflug mit dem Heli gemacht? Das war schon ein geniales Gefühl am Grund des Grand Canyons zu stehen mit Blick auf den Colorado River. Man fühlte sich ein bisschen in die Zeit zurück versetzt. Cowboys und Indianer und so ;) und Horses natürlich!

Städtetrips sind auch schön. :)

Ich fliege zuerst nach Vancouver. Von dort geht es noch mit einem kleinen Wasserflugzeug auf eine Insel wo es nichts gibt. (ehrlich, nicht einmal Lebensmittel bekommt man dort) .

Super :). Hört sich wirklich toll an. Natur und Tierparadies Pur.
 
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simantha79924

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Hab dir mal ein Video rausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=P7YFaadvU7s
Im Juli hätte ich das glaub ich nicht überlebt! Ich war im Dezember dort. Habt ihr auch einen Rundflug mit dem Heli gemacht? Das war schon ein geniales Gefühl am Grund des Grand Canyons zu stehen mit Blick auf den Colorado River. Man fühlte sich ein bisschen in die Zeit zurück versetzt. Cowboys und Indianer und so ;) und Horses natürlich!



Super :). Hört sich wirklich toll an. Natur und Tierparadies Pur.


Das Video: WOW :eek::love: Wie toll muss das sein, wenn man es live sieht! Danke :)

Rundflug haben wir leider auch nicht erlebt, wir waren nur ziemlich kurz da (auch wegen der Hitze) im Rahmen einer Rundreise durch Kalifornien. Unsere Jungs waren ja noch recht klein (2001), da stand Disneyland usw. auf dem Programm. Eigentlich hatten wir für diesen Herbst eine USA-Reise geplant, musste aber leider verschoben werden. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, und nun sind sie erwachsen, und wir haben ganz andere Möglichkeiten. Las Vegas und Grand Canyon stehen auf jeden Fall auf dem Programmzettel. Als wir damals am Grand Canyon waren, konnt ich es gar nicht so richtig genießen, weil ich immer aufpassen musste, dass keiner der beiden in den Abgrund stürzt. Es sollen ja jedes Jahr Touristen verunglücken, weil sie zu dicht am Abgrund stehen :ohoh: :scream:.

Jo, Cowboys, Indianer und Pferde gibts da drüben noch reichlich. Bei den Entfernungen sind Autos aber vorzuziehen, weil schneller ;)
 

Nico

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Man lernt, damit umzugehen - das dauert aber definitiv länger als 4 Wochen Praktikum.
Irgendwann ist man dann auch soweit, dass man nach Verlassen der Einrichtung die Arbeit tatsächlich an der Tür zurücklassen kann und sie gedanklich nicht mehr mit nach Hause nimmt.

Tod/Sterben/Einsamkeit/Krankheiten mancher Bewohner bzw (junger) Patienten geht mir aber auch heute immer noch nah (nach mittlerweile 18 Jahren als Krankenschwester) und das muss es in dem Job auch - abzustumpfen und so etwas gar nicht an sich heranzulassen wäre da das absolut verkehrteste.
Man muss nur für sich selber Wege finden, das zu verarbeiten, aber das lernt man wie gesagt im Lauf der Jahre, die man in dem Berufsfeld unterwegs ist.

Auch der Umgang mit dementen Menschen erfordert Übung und vor allem Empathie - meiner Erfahrung nach hilft es oft, sich in die Welt des Dementen zu begeben und ihm von dort aus dann langsam Orientierungshilfen in die Wirklichkeit zu geben, bzw auch einfach da zu bleiben und die Wirklichkeit in die Welt des Dementen zu integrieren - versteht ihr, was ich meine?

Ich hatte wirklich panische Angst am Montag und auch am Dienstag war ich noch angespannt. Auch gestern war es zwar besser, aber noch nicht so gut. Heute kam der Rundumschlag und ich bin zufrieden.
Ich habe eingesehen, dass ich da Menschen glücklich mache durch meine Anwesenheit - durch meine Fragen, und zwar nicht nur die Bewohner, sondern auch die Mitarbeiter freuen sich über jemanden der dann helfen kann :)

Allerdings sehe ich viele Dinge ganz anders und bin auch dankbarer dafür, was heute ist und Mitleid ist ja auch nichts schlimmes :hallo:
Ich kann mir sogar vorstellen, falls das mit dem Schulsozialarbeiter/Jugendamt nichts wird, Betreuungsassistent zu werden. Mal schauen wie ich das Pflegepraktikum mache. :scream:

Ich bin sehr emphatisch (sagen auch andere, ist also nichts ausgedachtes :schäm:: ich freu mich immer über das Kompliment :p) allerdings habe ich da noch Schwierigkeiten und weiß gar nicht, was ich sagen soll, wenn demente Leute dann wirklich wirres Zeug reden. Meist stehe ich dann überfordert rum und lächel einfach oder sage "ja" :nonono: das muss ich noch üben, kommt halt nicht von jetzt auf gleich :lol:

Respekt für deine Arbeit! :p
 

Swjosdotschka

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allerdings habe ich da noch Schwierigkeiten und weiß gar nicht, was ich sagen soll, wenn demente Leute dann wirklich wirres Zeug reden. Meist stehe ich dann überfordert rum und lächel einfach oder sage "ja" :nonono: das muss ich noch üben, kommt halt nicht von jetzt auf gleich :lol:

Respekt für deine Arbeit! :p

Ich bin keine Pflegerin, aber angehörige. Meine Oma hat Alzheimer. Sie redet also auch unzusammenhängend und manchmal mit ganz neuen "Wörtern". Ich orientiere mich an ihrer Tonlage, um sie dort abzuholen, wo sie steht. Empört sie sich über etwas, stimme ich ihr zu und sage: "Du hast Recht, Oma, das ist nicht schön."

Wenn sie etwas fröhliches erzählt lache ich mit ihr. Wir fahren ganz gut damit.
 
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dagobert

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ich bin auch als angehörige betroffen. meine mutti ist leider sehr schnell ziemlich dement geworden.
noch ist sie zwar in einem "normalen" wohnstift, aber dort gibt es eine abteilung für dementkranke.
ich bin extrem dankbar über die mitarbeiter dort. die machen das superfantastisch. :up:
leider wird meine mutti zunehmend agressiv und hat weglauftendenzen.
so das sie wahrscheinlich sehr zeitnah in eine geschützte einrichtung muss.

@nico
ich find es super das du ein pflegepraktikum machst. :up:
 

Nico

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Ich bin keine Pflegerin, aber angehörige. Meine Oma hat Alzheimer. Sie redet also auch unzusammenhängend und manchmal mit ganz neuen "Wörtern". Ich orientiere mich an ihrer Tonlage, um sie dort abzuholen, wo sie steht. Empört sie sich über etwas, stimme ich ihr zu und sage: "Du hast Recht, Oma, das ist nicht schön."

Wenn sie etwas fröhliches erzählt lache ich mit ihr. Wir fahren ganz gut damit.

Danke für den Tipp! Ich bin immer echt überfordert, wenn ich sie akustisch nicht verstehe - wenn man dann nachfragt, verwirr ich sie direkt noch mehr und dann geht das immer so weiter :rolleyes:
Ich hätte niemals gedacht, dass es echt so schwer ist. In der Schule wurde man drauf vorbereitet, allerdings sieht die Praxis dann doch schon anders aus.
Allerdings macht es mir sehr viel Spaß mit älteren Leuten zu reden, auch wenn die ersten Tage sehr anstrengend waren. Die erste Woche habe ich hinter mir und ich sehe den künftigen Wochen positiv entgegen :):hallo:
Ich habe mir sogar überlegt, mal auszuhelfen wenn irgendwie Hilfe benötigt wird. Ich möchte meine netten Bewohner dort ungerne verlassen und dann erst im Mai wieder kommen.. oder wann auch immer.

ich bin auch als angehörige betroffen. meine mutti ist leider sehr schnell ziemlich dement geworden.
noch ist sie zwar in einem "normalen" wohnstift, aber dort gibt es eine abteilung für dementkranke.
ich bin extrem dankbar über die mitarbeiter dort. die machen das superfantastisch. :up:
leider wird meine mutti zunehmend agressiv und hat weglauftendenzen.
so das sie wahrscheinlich sehr zeitnah in eine geschützte einrichtung muss.

@nico
ich find es super das du ein pflegepraktikum machst. :up:

Ich bin ehrlich, ich hätte auch nicht gedacht, dass Demenz wirklich so schlimm ist. Ich dachte mir gut, die leben in ihrer eigenen Welt - ich habe mich allerdings auch nicht wirklich damit beschäftigt. Ich denke nicht, dass demenzkranke unglücklich sind - der Tod ist ja auch für viele eine Erlösung und es klingt vielleicht hart wenn man das so sagt, aber manchen wünsche ich echt, dass sie von ihrem Leid erlöst werden.
Mir tut das immer so weh und auch leid, wenn ich sehe, dass manch einer gar nichts mehr kann - bewegen, essen, sprechen, hören oder sehen.. ganz schlimm.

Ich verstehe aber auch nicht, wieso so wenig Männer in sozialen Berufen arbeiten. In meiner Klasse sind wir zu 3. Im Altenheim sind wir auch mehr Frauen, als Männer. So unsozial sind Männer auch nicht :lol:

Ich mache übrigens kein Pflegepraktikum, sondern ein Betreuungspraktikum - das Pflegepraktikum ist im Mai, und glaubt mir, da werde ich euch hier vollheulen wie schlimm das doch alles ist :) aber auch das schaffe ich, wenn ich will. Die ersten Tage sind halt immer hart :hallo:
 

timida

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Bei der Frage, wie unglücklich oder glücklich sie sind, kommt es sicher auch mit auf den Fortschritt der Erkrankung an. Wieviel davon bewusst wahrgenommen wird.

Meine Ma befindet sich am Anfang einer Demenzerkrankung (vaskuläre Demenz) und sie leidet derzeit sehr unter der fortschreitenden Symptomatik. Sie kann noch alleine leben, aber sie kriegt es eben jetzt auch ganz bewusst mit, wie die Einschränkungen auf sie zu kommen.


Die Hilflosigkeit bzgl. des Umgangs kenne ich auch. Sehr gut sogar (hier kommt erschwerend hinzu, dass ich über 500km weit weg bin).
Wir kommunizieren aber auch recht offen darüber - ich weiß, wie schlimm es für sie ist, wenn sie merkt, dass sie Dinge vergessen hat, Sachen doppelt erzählt, Wortfindungsstörungen hat.
Für sie ist zB ganz schlimm, wenn man ihr nicht sagt, dass sie "das schon mal erzählt hat". Ich selbst fühle mich aber doof, ihr bei jeder zweiten Erzählung zu sagen: ja ich weiß, das hast du mir schon erzählt. Eben weil ich sie auch nicht immer wieder darauf stoßen möchte.
Das ist so ein Zwiespalt ... und der löst sich auch nicht, in dem ich ihr sage, dass ich es gar nicht schlimm finde, auch Dinge öfter zu hören und sie sich darum nu wirklich keinen Kopf machen muss.

Schwierig ... ich hab auch echt Muffe vor das, was da noch auf uns zu kommt. Derzeit ist ja alles noch recht "harmlos".
 

dagobert

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ich hab mir auch nie vorstellen können wie schwierig und hart demenz sein kann. auch für die angehörigen.
mein respekt gegenüber den pflegekräften ist riesig:up:
und auch bei meiner mutti in der betreuung sind fast nur frauen. echt schade. allerdings muss ich sagen dieser beruf ist eben nicht nur ein beruf, sondern schon fast sowas wie eine berufung.
 

Kutti

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Die sozialen Berufe finde ich leider zu schlecht bezahlt (jedenfalls ist das bei uns so in den neuen Bundesländern). Ich ziehe vor jedem meinen Hut, der sich um kranke und alte Menschen kümmert. Diese Menschen sind einfach goldwert. Meine Omi ist selber demenzkrank und es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn ich sie besuche. Es ist echt nicht leicht damit umzugehen.
 

Lyria

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Nico, ich finde es wirklich toll, dass Du Dir diesen Beruf vorstellen kannst. Gib Dir Zeit, man kann nicht gleich alles "können" (und damit meine ich nicht allein das "akademische Wissen", sondern auch den inneren Umgang damit).

Warum primär Frauen solche Berufe ergreifen? Ich denke, es liegt zum einen an der Bezahlung (es ist immer noch der Gedanke "Da verdient dann später der Ehemann dazu" näher als "Die Ehefrau gleicht dann mit ihrem Verdienst aus" - so unpassend und antiquiert diese Gedanken auch sind). Dazu wird meiner Ansicht nach in der Gesellschaft oftmals noch eher von Männern erwartet, Karriere zu machen um "ihren Mann zu stehen". Letztendlich bringen wir vielleicht unseren Töchtern die Pflege- und Sozialberufe näher als unseren Söhnen (ich habe keine Söhne, demzufolge ich "wir" allgemein gemeint). Ich meine, es gibt auch Studien der Genderforschung, die sich mit diesem Aspekt befassen - aber so ganz sicher bin ich mir nicht. Ich habe auch die Erfahrung gemacht (kann bei Dir in der Ausbildung anders sein), dass oftmals Frauen nach der Kleinkinderzeit (und auch da bleiben noch meistens die Mütter zuhause) noch eine neue Orientierung im Beruf suchen, ich kenne zumindest viele Frauen, die zwischen 30 und 40 noch Erzieherin geworden sind. Männer bleiben vielleicht seltener mit den Kleinkindern zuhause und verharren daher in ihrem "Erstberuf"?

Bei uns (auch sozialer Bereich aber anderer Aspekt) gibt es auch deutlich mehr Frauen unter den Beschäftigten incl. Auszubildenden. Das ist sehr schade, zumal für manche Aufgaben einfach auch Männer wichtig sind (z.B. Pflege von männlichen Kindern und vor allem Jugendlichen; "Kraftarbeiten" (damit meine ich nicht Hausbau ;) aber wenn ich einen 1,80m großen Rollstuhlfahrer gehoben haben muss, bin ich doch geneigt, den 2,00m großen Mitarbeiter zu bitten und nicht seine 1.50m große Kollegin ;) ) - bei uns kommt natürlich noch mehr dazu (Rollenbilder...)).
 

Phoenyx

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Hallöchen!

Ein interessantes und bewegendes Thema hier.
Ich finde es übrigens wirklich klasse, wenn sich Leute für diesen Beruf interessieren. Eine Freundin von mir arbeitet zum Beispiel in einem Pflegeheim für Menschen mit schwerer Behinderung. Ich habe wahnsinnig viel Respekt für die Arbeit, die sie leistet.
Denn diese Arbeit erfordert meiner Meinung nach wahnsinnig viele Fähigkeiten und Kompetenzen. Dann natürlich noch andere viele Faktoren, warum ich einen großen Respekt für diese Arbeit habe. Ich wünschte mir wirklich, dass diese Tätigkeit sehr, sehr viel mehr durch Lohn gewürdigt würde.

Lyria schrieb:
Warum primär Frauen solche Berufe ergreifen? Ich denke, es liegt zum einen an der Bezahlung (es ist immer noch der Gedanke "Da verdient dann später der Ehemann dazu" näher als "Die Ehefrau gleicht dann mit ihrem Verdienst aus" - so unpassend und antiquiert diese Gedanken auch sind).

Interessanter Weise habe ich da einen ganz anderen Denkansatz. Menschen ergreifen ja einfach gerne Berufe, die auf ihr Interesse stoßen. Bei sozialen Berufen, braucht es eben das soziale Interesse und Feingefühl, das bei einigen Menschen mehr oder weniger ausgeprägt ist. Oftmals sind gerade Frauen interessiert an Berufen, in denen es darum geht, seinen Mitmenschen auf welche Weise auch immer zu helfen und zu unterstützen. Weil es scheinbar überdurchschnittlich viele Frauen zu geben scheint, die sich dafür interessieren, sammeln sich in solchen Berufen auch überwiegend Frauen. Ist in vielen sozialen Berufen zu beobachten.

Ob da jetzt wirklich der Gedanke hintersteckt, dass man es sich als Frau eher leisten kann weniger zu verdienen, weil der Mann das Geld nach Hause holt, bezweifle ich. Eher überwiegt vermutlich das Interesse, seine Arbeitszeit so zu füllen, dass man das Gefühl hat wirklich etwas Sinnhaftiges zu machen.
Leider werden solche sinnvollen und wichtige Berufe finanziell zu dürftig entlohnt.

Umgekehrt habe ich durch die Erfahrung im eigenen Familien- und Bekanntenkreis gemacht, dass Männer gerade deshalb oftmals gutbezahlte Jobs haben, weil diese Berufe eben ihr Interesse abdecken. Sowohl mein Vater, mein Bruder, als auch mein Partner haben Berufe im Technik und IT-Bereich ergriffen. Aber deshalb, weil es sie interessiert. Sachliche und objektive Themen mit wenig sozialem Aspekt.
Zufälliger Weise sind ausgerechnet diese Berufe gut bezahlt.

Das liegt aber wohl an dem recht kapitalistischem Weltbild unserer Zeit. Es wird investiert in das, was Geld bringt. Und soziale Aspekte unseres Lebens fallen da oftmals leider unter dem Tisch. :(
 

Swjosdotschka

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Es wird eine Mischung aus beidem sein. Zum einen werden Mädchen mehr zum empathisch sein erzogen. Das geht schon damit los, das Mädchen angehalten werden mit Puppen zu spielen und immer im Haushalt zu helfen und Jungs werden schlimmstenfalls sogar von den eigenen Eltern angefeindet, wenn sie sich für soziales Spiel (Puppenspiele als Beispiel) interessieren.

Will ein Mädchen lieber eine Eisenbahn, wird es sie in vielen Fällen nicht kriegen. So werden schon früh die Steine gelegt, die dann später die Berufswahl unbewusst einengen. Oft sind sich die meisten dieser Prägung gar nicht bewusst. Frauen ergreifen also soziale Berufe, Männer technische.

Dem Mann wird noch immer auferlegt "gefälligst die Familie zu ernähren". Er wird sich daher keinen schlecht bezahlten Job suchen - und soziale Berufe noch weniger in Erwägung ziehen.

Eine Frau hat durch patriarchalische Prägung gelernt demütig und bescheiden zu sein, auf keinen Fall laut, nicht energisch. Sie gibt sich daher mit schlechter Bezahlung eher zufrieden. Schließlich "macht sie den Job ja, weil er sie erfüllt".

Genau solche Ansichten, die Sinnstiftung über alles stellen, fördern es, dass die Politik sich erlauben darf, vor schlechte Bezahlung in Pflegeberufen keinen Riegel zu schieben.

Es ist nicht das zweite x-Chromosom das empathisch macht oder das y Chromosom, dass das Technikverständnis vererbt. Es ist Erziehung und Gesellschaftliche Prägung. Und es ist Aufgabe zukünftiger Eltern ihre Kinder dafür zu sensibilisieren und ihnen die Chance zu geben, sich WIRKLICH frei zu entscheiden - und sozialen Berufen im Zweifel auch ein anderes Gesicht zu geben. Indem sie eben sagen: "Ja, ich arbeite gerne in einem sozialen Beruf. Aber nur weil mein Beruf sinnstiftend ist, heisst das nicht, dass ich deswegen weniger Geld dafür bekommen sollte. Also her mit der Kohle oder ich falle als Arbeitskraft weg."

Nirgendwo steht geschrieben, dass man seine Arbeit nicht gerne machen darf UND gut bezahlt werden.
 

Phoenyx

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Ich finde es wahnsinnig interessant, dass es noch so empfunden wird, das die Gesellschaft so stark den Charakter anhand des Geschlechtes formt.

Ich bin durchaus eine Vertreterin, die der Meinung ist, dass sowohl, die Gene, als auch das biologische Geschlecht wie auch die Gesellschaft ihren Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen haben. Alle drei Faktoren mischen da munter mit.

Aber dass der gesellschaftliche - ich nenne es mal - "Druck" auf das Geschlecht und die Rolle eines Geschlechtes noch so stark empfunden wird, finde ich wirklich interessant.

Mich würde in diesem Zusammenhang wirklich interessieren, inwiefern ihr euch auf eine bestimmte Art behandelt gefühlt habt, nur aufgrund des Geschlechts.

@Swjosdotschka Ich finde Deine Aussagen extrem faszinierend, weil ich sie gar nicht kenne.

Einen gesellschaftlichen Einfluss auf mein Geschlecht habe ich durchaus gespürt, aber eher durch Werbung, Fernsehen und manche Freunden. Aber durch mein engstes Umfeld, wie Eltern und Großeltern kaum.

Ein durchaus sehr interessantes Thema!
 

Heartfilia_

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Ich bin da wohl eine der wenigen Ausnahmen. Zwar hab ich als Kind mit Puppen etc. gespielt, aber dadurch das ich nur Brüder hatte halt auch mit Matchbox und anderem "Jungsspielzeug". Ich hab auch als Kind schon Videospiele gespielt und zwar nicht Hello Kitty oder Barbie sondern Mario, Zelda etc.
Meine Eltern haben da keinen großen Wert drauf gelegt, dass ich unbedingt mit "Mädchenspielzeug" spiele. Erst als ich im Teenageralter war und mich nicht wie andere Mädels geschminkt hab und schicki micki Klamotten angezogen hab hab ich immer zu hören bekommen "Kannst du nicht wie andere Mädchen sein". Aber ich hab halt lieber Jeans und T-Shirt getragen.. selten mal nen Rock. Ist auch heute noch so.
Mein Geschlecht hat auch keinen Einfluss auf meine Berufswahl. Eher meine Gesundheit und meine schulischen Leistungen. Kann z.B. keinen Beruf machen für den man viel Mathe braucht. Da bin ich leider ein Hoffnungsloser Fall. %)
 

Lyria

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Vielleicht habe ich es etwas sehr eng formuliert. Mir begegnet aber wirklich häufiger wenn es um Söhne geht das Argument "Aber mit dem Beruf kann man keine Familie durchbringen" als bei Töchtern.

Interessen werden schon eindeutig geleitet - man denke nur an die unsäglichen "Mädchen-Überraschungseier" etc. Alles wird wieder viel mehr getrennt, als es vor einigen Jahren der Fall war (zumindest ist das mein subjektiver Eindruck). Oder denkt an die Lidl-Schlafanzüge, die für kleine Jungen den Aufdruck "Be your own superhero" und für Mädchen "Daddy is my superhero" trugen. Klar, ein Discounter-Schlafanzug macht keine geschlechtsstereotype Erziehung, aber irgendwie schon ein Zeichen...

Es gab mal Untersuchungen, dass Eltern tendenziell mit weiblichen Säuglingen mehr reden und mit männlichen wilder toben - ob das heute noch so ist, kann ich nicht sagen. Dabei handelte es sich nicht um Handeln mit vorsatz, sondern lediglich um spontanes Verhalten der Eltern. Nun ja und das "Ein Junge weint nicht" oder "Ein Junge spielt nicht mit Puppen" kenne ich durchaus auch - aber zugegebenermaßen nicht aus meinem Umfeld. Es wird aber deutlich weniger, das stimmt (zum großen Glück).

Vielleicht ist das große Problem einfach, dass die Ansicht von sozialen Berufen oftmals nicht so hoch sind wie die von anderen, d.h. im Einzelgespräch überschlagen sich die Menschen immer vor Ehrfurcht (finde ich auch nicht sinnvoll), aber ich habe manchmal den Eindruck, dass gerne erwartet wird, dass die sozialen Berufe doch ihre Zufriedenheit aus der Tätigkeit ziehen - da braucht man ja gar kein Geld mehr (schade, dass der Bäcker nicht nur seine Zufriedenheit daraus zieht, dass ich bei ihm meine Brötchen hole, sondern Geld dafür sehen möchte ;) ). Zudem werden Stellen gerne mit Ehrenamtlichen aufgefüllt oder mit "Angelernten", für mich trägt das auch nicht zur Anerkennung bei.

EDIT: Im Übrigen ging und geht es mir letztendlich weniger um die direkten Forderungen "Aber ein Mädchen/ Junge tut XYZ doch nicht" sondern eher um das vermittelte Gesellschaftsbild, z.B. gibt es durchaus noch Familien, in denen eher den Töchtern als den Jungen Nagellack angeboten wird oder Kleidung grundsätzlich nur im "passenden" Geschlechtsbereich gesucht wird - klar mache ich aus Bequemlichkeit und aufgrund des Wunsches der Tochter auch, aber meistens kommen wir auch an anderen Sachen vorbei ;)
 
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TheChaosqueen

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Hui, ihr habt ja spannende Themen hier :)

Ich kann dazu aus meiner persönlichen Erfahrung nur sagen, dass man durchaus schnell in Schubladen landet, je nach Job und Geschlecht und sich da manchmal echt durchkämpfen muss.
Ich für meinen Fall bin zum Beispiel eine zierliche und kleine Frau, habe aber kein Problem damit anzupacken und bin auch im Sport (Kletter, Skifahren und Slacklinen) kräftig mit dabei. Das führt dann dazu, dass Leute zu einem kommen und einen fragen, ob man denn noch Kleidchen anziehen kann, weil man ja so durchtrainiert ist und dementsprechend einen breiten Rumpf hat. Nicht schön kann ich nur sagen...
Klar kann ich das und nur weil ich viel Sport mache, heißt das ja nicht, dass ich keine Frau mehr bin...
Gleichzeitig sind die Kollegen in der Kletterhalle (Ich arbeite dort auch und Sporte nicht nur) verwundert, wenn ich mal nicht in Sport-/ Arbeitsklamotten komme, sondern einen Rock oder ein Kleid und Make-Up trage... "Ich hätte ja nicht gedacht, dass du auch so ein Mädchen sein kannst"

Da kommt immer die Frage auf, ob ich mich jetzt schminken und schick machen soll, wenn ich die Kinder trainiere oder am Empfang der Halle arbeite? Aber dann kommt mit sicherheit nur wieder was in die Richtung: "Schaut euch mal die Tusse an, schminkt sich für den Sport"

Also, man kann es den Leuten nie recht machen und auch wenn ich es nicht schön finde, sowas zu haben, es ist mir inzwischen egal und es sollte den Leuten auch egal sein. Man wird immer in Schubladen gesteckt und dann lernt man eben zwischen den einzelnen Schubladen hin und her zu springen, wie es einem gefällt! Ich fahre ganz gut damit die letzten Jahre :D
 
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Lyria

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Wichtig ist ohnehin nur, was Dir gefällt :) Die Aussagen der Mitmenschen finde ich dann doch verwunderlich...

Ganz toll finde ich das Klettern - für mich nicht, mir wird schon anders, wenn ich auf einen Stuhl steigen soll (sonst bin ich wirklich nicht ängstlich, aber ich hasse Leitern, Treppen und sonst alles, was meine Augen weiter als 1,60m vom Boden entfernt ;) ) aber ich kenne Menschen, die therapeutisches Klettern machen und das ist wirklich ganz super :) Sonst macht es sicherlich auch Spaß :)
 

Swjosdotschka

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Was mir nochmal wichtig ist zu betonen: Natürlich sind nicht alle Eltern so engstirnig und erziehen ihre Kinder geschlechterbezogen. Und es kommt auch ein bisschen auf die Generationen an. Meine Oma hat (als sie noch nicht dement war) einen halben Herzinfarkt bekommen, als meine Cousins eine Babypuppe zu Weihnachten bekamen. In den 80ern war das aber ganz normal - ebenso, dass Mädchen bauen und mit Lego spielen.

Heute wird es wieder schlimmer mit der Geschlechterteilung. Es gibt Überraschungseier für Mädchen (und ich habe selbst die Wutausbrüche mancher Eltern erlebt, wenn der kleine Bruder auch ein "rosa" Ei haben wollte - für die ging eine Welt unter), Playmobil und Lego für Mädchen, in der Werbung spielen nur Mädchen Puppen (in den 80ern und 90ern saß ein Junge wenigstens mal daneben) etc. pp.

Es gibt Studien, die besagen, dass das Gehirn je nach Geschlecht auch anders ticken kann. Aber genauso welche, die besagen, Mädchen sind schlechter in Mathe, weil ihnen das vom Lehrer von vornherein suggeriert wird. Sie trauen sich daraufhin weniger zu, melden sich weniger, lernen weniger "weil das ja eh keinen Sinn hat" und schwupps... Mädchen sind in Naturwissenschaften (außer Bio, weil es da um süße Tiere geht ;) ) schlechter.

Aber klar gibts auch Mathenullen (wie mich) die eben Mathenullen sind. :D Bei mir hat das wenig mit Prägung zu tun. Meine Mutter war recht gut in Mathe, kriegt aber kaum einen geraden Satz zustande beim schreiben. Ich brauche für alles einen Taschenrechner.

EDIT: Zum Spielzeugthema und dem Verhalten der Gesellschaft ein tolles Video: https://www.youtube.com/watch?v=nWu44AqF0iI

@Lyria Wenn ich könnte, ich würde deinen Beitrag oben zehnmal liken...
 
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dagobert

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stimmt, es kommt auch drauf an welche generation sich über die geschlechterrolle gedanken macht.
meine opa hätt es auch merkwürdig gefunden wenn ein junge mit puppen gespielt hätte. oder auch der kulturkreis wird eine rolle spielen.
mein sohn hatt sowohl mit seinem playmobil puppenhaus gern gespielt als auch mit seinem matchboxautos.
und bei meinen enkeln (zwillinge, 1 bub, 1 mädchen, 1 1/2 jahre) wird es auch kein "mädchen" oder "jungen" spielsachen geben.
 
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Es ist auch wichtig bei dieser Debatte zu beachten, dass auch die Farbenzuteilung rein menschlich ist und kein Naturgesetz. Es gab einmal eine Zeit, ja, da war Rosa die Farbe für kleine Jungen, da Rosa als das "kleine" Rot galt.

Heute wird es anders gesehen. Aber es ist eben nur ein Symbol, dass dann von menschen mit Bedeutung belegt wird. Das kann auch zur Folge haben, dass beispielsweise ein Mädchen zwar mit "Jungenspielzeug" spielen darf, aber erzieherisch dennoch ein Unterschied gemacht wird. Andererseits gibt es dann auch wieder Kinder, die einfach aus sich selbst heraus eher zu Rosa greifen als Mädchen, ohne dass sie sich damit zu einer bestimmten konstruierten Rolle bekennen wollen. Und Jungen zu Blau etc.
 
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Nico

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Wirklich ein interessantes Thema habe ich da angeschnitten, ich hätte nicht gedacht, dass da so viele drauf eingehen - bzw. ich habe es ja nicht direkt angeschnitten, man ist ja vom eigentlichen Thema abgekommen, aber auch gut so :hallo:

Ich, als Junge merke selber wie sehr die Gesellschaft diese Geschlechterrollen immer wieder eintrichtert, meistens sogar gegenseitig. Ich habe beispielsweise gar keine männlichen Kontakte (also klar gibt es welche, mit denen ich gut klar komme oder auch rede) aber da entwickelt sich nie eine Freundschaft raus. Dafür sind mir die meisten Jungs zu ähnlich.
Ich mag da vielleicht weltfremd sein, aber irgendwie hat sich mit der Zeit eher eine starke Abneigung gegenüber Jungs entwickelt. Warum, weiß ich auch nicht. In meinem Alter sind die Jungs nochmal durchaus schlimmer.
Ich habe auch nur weibliche Freunde und sehe immer wieder, dass Frauen schon sehr viel ehrlicher sind als Männer. So habe ich zumindest die Erfahrung gemacht!
Männer lästern hintenrum, aber so, dass es nicht rauskommt. Ganz ekelhaft, dann lieber Frauen bei denen es rauskommt :naja: obwohl ich damit auch nicht so Erfahrungen gemacht habe als Freunde. Eher von "Bekannten" dann :p

Ich wurde sogar öfter mal als schwul betitelt, weil ich kein Bezug zum männlichen Geschlecht aufbauen kann (und weil ich anders bin als der typische Junge) Keine Freundschaft, irgendwie gar nichts. Sind langweilig, interessieren mich nicht. Dafür dann umso mehr mit Mädchen.
Sowas kränkt dann natürlich, vor allem wenn man nicht schwul ist. Ich habe nichts gegen Homosexualität, nur man merkt ja meistens, dass es nicht gerade als Kompliment gemeint ist.. und das kränkt einen dann (mich hats beispielsweise echt sehr gestört..) schon sehr. Bitte nicht falsch verstehen!

Ich würde selber sagen, dass ich nicht dem typischen Jungen entspreche. Das habe ich nie, und werde ich wohl auch nie machen. Bier/Alkohol? damit kann ich nichts anfangen, ich hasse Alkohol. Fußball erst Recht nicht. Shooter auch nicht, bzw. generell finde ich zocken auch langweilig und diese ständigen Gespräche über Sex nerven mich auch. Oft versuche ich rauszufinden was in deren Köpfen abgeht, aber verstehen tu ichs nicht.
Klar fehlt mir manchmal eine männliche Bezugsperson, aber irgendwie habe ich das Gefühl als sind Männer alle gleich - und Frauen vielfältig. Ich hoffe, ihr habt mich einigermaßen verstanden :ohoh:
 
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Imani

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Wann war denn das, dass Rosa die Farbe für Jungs war? Davon hbae ich noch nie gehört. :D

So klar kann man das mit der Farbgebung aber doch auch nicht sagen. Die einzelnen Farben haben ja schon ganz unterschiedliche psychologische Wirkungen. Diese wurde auch nicht einfach durch den Menschen irgendwann mal festgelegt, sondern ist durchaus auch in der Natur zu finden. Da müsste man also schon tiefer Graben um Rückschlüsse auf geschlechterspezifische Beeinflussung durch Farbe ziehen zu können.
Es ist heute auch lange nicht mehr so, dass Mädchenzimmer in Rosa und diejenigen von Knaben in Hellblau gehalten werden.

Die klassischen Geschlechterrollen sind einfach immer noch weit in den Köpfen verankert. Es dauert wirklich einfach auch lange bis andere Lebensweisen akzeptiert werden. Als Beispiel das Sorgerecht, mein Bruder und seine Ex teilten sich das Sorgerecht für ihr Kind zu 50:50. Dies stiess bei vielen auf Unverständnis, und Behörden hatten damit irgendwie sogar Probleme weil sie das so nicht kannten und dementsprechend vor bürokratische Probleme gestellt wurden.

Oder nehmen wir den Vaterschaftsurlaub? Gibt es bei uns schlichtweg nicht.
Was ist mit der Militärpflicht für Frauen? Bei diesem Thema sind die Leute (vor allem Frauen), die nach Gleichbereichtigung schreien plötzlich auch ganz still.. :rolleyes:
(btw. diese zwei Punkte sind auf die Schweiz bezogen)

Wir sind noch weit davon entfernt in einer Gesellschaft zu leben die gleichberechtigt ist, und dies in allen möglichen Bereichen die zur Gleichberechtigung gehören.
Dazu müsste man auch das kategorische in Schubladen denken irgendwann mal ablegen und vor allem auch nur weil jemand anders lebt als man selber diesen nicht als minderwertig anzusehen.

Ich habe manchmal auch das Gefühl, dass ich an dem Tag in der Schule gefehlt habe, als man erklärte, wie Mädchen zu sein haben. :lol:
Finde ich aber ganz gut so... Der typische Mädchenkram war und ist grundsätzlich nichts für mich. Ich habe zwar auch mit Puppen gespielt, aber eben auch mit Autos.
 

dagobert

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@nico
ich find es auch ganz schlimm wenn ein junge als "schwul" bezeichnet wird und damit nicht die sexuelle ausrichtung gemeint ist sondern einfach als beleidigung gemeint ist.
und das würde mich als mann auch gewaltig stören.

@imani
in deutschland kann mann zwar als mann vaterschaftsurlaub nehmen, ich denke es ist aber doch eher die ausnahme.
mein sohn hat die ersten 3 monate zusammen mit meiner schwiegertochter elternzeit genommen. mit ein grund war aber das es eben zwillige waren.
 
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Wann war denn das, dass Rosa die Farbe für Jungs war? Davon hbae ich noch nie gehört. :D

Hallo Imani,

das war noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Es gibt dazu einen sehr interessanten Artikel in der Welt. Darf man den hier verlinken? Ansonsten einfach mal googeln. :) Da findet man viel. Zum Beispiel mit dem Begriff "Rosa als Jungenfarbe".

In dem Artikel wird auch auf einen Auszug aus dem Ladies' Home Journal von 1918 verwiesen, wo drinne stehen soll:

Die allgemein akzeptierte Regel ist Rosa für Jungen und Blau für die Mädchen. Der Grund dafür ist, dass Rosa als eine entschlossenere und kräftigere Farbe besser zu Jungen passt, während Blau, weil es delikater und anmutiger ist, bei Mädchen hübscher aussieht.

Also schon interessant, wie alles konstruiert ist. :lol:

Ach ja, hätte ich fast vergessen. Wollte auch noch was bezüglich der Farben sagen. Ja, da hast du insoweit schon Recht, als dass Farben natürlich auch auf der psychologischen Ebene wirken. Beispielsweise Rot eher als Gefahr gilt und Grün eher beruhigend ist. Das hat aber auch etwas damit zu tun, wie die Farben in der Natur vorkommen. Wälder sind grün, während Rot eher als Warnsignal genutzt wird. Aber das trifft auch nur bei Lebewesen zu, die Farben auch in der Art wahrnehmen (wie der Mensch). Eine Fledermaus wird eine rote Farbe nicht als Alarmsignal sehen, da sie diese gar nicht wahrnimmt.

Der Mensch belegt dann Farben wiederherum auch mit Symbolik, die nicht universell ist. Das meinte ich mit der Aussage, dass es kein Naturgesetz ist. Es ist sehr perspektivisch bedingt, was wir wie wahrnehmen. Es gibt da in der Linguistik interessante Untersuchungen zu. Ein Beispiel:

Uns allen ist klar, dass es verschiedene Farben gibt. Rot, Gelb, Grün und Blau als Grundfarben. Daraus ergeben sich unterschiedliche Farbtöne. Und je nachdem wie stark eine der Farben darin dominiert, desto eher sehen wir sie dann als Rot, Gelb, Grün oder Blau (das ist natürlich jetzt sehr schemenhaft dargestellt).

Allerdings hat jede Farbe auch einen Namen. Wenn wir als Kind etwas "gelbes" sehen, so lernen wir, dass das "Gelb" heißt. Wenn wir Rot sehen heißt es "Rot" etc. Das ist für uns absolut normal und scheinbar natürlich.

Nun gibt es aber Völker, die zum Beispiel keine unterschiedlichen Wörter für (welche Farbe es genau war weiß ich nich mehr genau, glaube aber es sollten diese sein) für Blau und Grün haben. Es gibt Sprachen, da gibt es nur die Farben "hell", "Gelb", "Rot, "dunkel" und "grün-blau". Es wir nicht in der Sprache zwischen Blau und Grün unterschieden (ist der Fall in z.B. Himba, Namibia oder Neuguinea).

Und da treffen wir nun wieder auf Probleme. Denn Sprache und Wahrnehmung wirkt auch auf die Deutung und Symbolik. Daher stimmt es natürlich, dass es natürliche Einflüsse gibt. Aber diese wirken nie bei allen Menschen gleich und sind niemals universell gültig. Deswegen mein Vergleich mit dem Naturgesetz. 1 + 1 ergibt eben immer 2. Leider ist es auch bei scheinbar ganz objektiven Dingen wie Farben nicht so einfach. :)
 
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Lyria

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Rosa galt doch auch als das "kleine Rot" und Rot war als teure und besondere Farbe Königen vorbehalten. Na ja und Jungen eben noch königlicher als Mädchen...

Vaterschaftsurlaub ist bei meinen Kollegen sehr verbreitet. Ich kenne viele, die nach der Geburt des Kindes die drei Monate genommen haben - im Gegensatz zu den werdenden Müttern kann man sich darauf immerhin einstellen (bei uns werden Schwangere sofort freigestellt) ;) Ich denke, es hängt vielleicht vom Umfeld ab? In der Firma in der mein Mann arbeitet (kein sozialer Bereich) wird auch Vaterschaftsurlaub genommen, aber nicht so oft.

Militärpflicht gibt es bei uns ohnehin nicht mehr - ich kenne aber viele Kollegen, die damals aus anderen Bereichen durch den Zivildienst erst in den sozialen Sektor gekommen sind.

Ich denke, dass viele "geschlechtsbezogene" Erziehungen gar nicht bewusst stattfinden. Wenn z.B. Eltern mit ihrem neugeborenen Jungen toben, tun sie das vermutlich nicht mit der Überlegung, dass er jetzt als Mann wilder sein muss und seine Herde verteidigen, wenn sie mehr mit ihrem Mädchen reden, läuft es auch unbewusst ab. Da hilft nur ein deutliches Durchdenken und immer wieder Bewusstmachen.

Interessant finde ich auch z.B. immer wieder die Adventskalender von Spielzeugfirmen ;) Da gibt es rosa Kalender mit Feen und Tierchen für Mädchen und Polizei und Agenten für Jungen (meine Neunjährige kam am Samstag nach dem Bummel stolz mit dem Polizistenkalender nach Hause *g*, aber sie mag "Mädchensachen" auch nicht sonderlich).

Oder auch die Märchen, die ja doch irgendwie Archetypen abbilden (also keine Personen, sondern quasi die "Stellung ansich"). Da sind die meisten Prinzessinnen zart, hübsch und eher passiv (nicht alle), haben sie zu sehr einen eigenen Kopf (s. König Drosselbart) wird dieser gestutzt). Prinzen sind hingegen mutig, kraftvoll und klug (gut, klug dürfen Prinzessinnen auch sein). Ich liebe Märchen, aber konnte nie an mich halten, sie meinen Töchtern "passend" zu erzählen, indem z.B. Dornröschen von den Feen nicht Anmut und Liebreiz bekam ;)

Klar, Märchen sind alt, aber sie spiegeln schon ein bisschen etwas wieder.

Trotzdem soll und darf ja jeder sich für den passenden beruflichen Weg entscheiden. Aber der Weg sollte eben gezeigt werden und nicht von vorneherein als "nicht gangbar" gelten.
 
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Heartfilia_

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In meinem Bekanntenkreis erlebe ich das leider auch sehr doll, dass die Mädchen mit Rosa Klamotten, Stofftieren und Puppen überhäuft werden.
Und die Jungs mit Superhelden-Kram, Autos, blauen Klamotten... furchtbar.

Sollte ich doch mal irgendwann Mutter werden, würde ich versuchen meine Kinder neutral zu erziehen. Halt so wie meine Geschwister und ich erzogen wurden. Meine Mutter hat mich zwar auch gerne mal mit rosa und Rüschen etc angezogen, aber halt nicht nur. Es gibt auch ganz viele Bilder von mir als Kleinkind/Kind wo ich neutral gekleidet bin. Und mein jüngerer Bruder hatte als Baby auch mal was pinkes an oder den einen oder anderen Pullover von mir "geerbt". Ich hab als Kind auch wie gesagt mit Puppen und sowas gespielt, aber viel häufiger hab ich mit Matchbox oder Lego gespielt oder bin draußen auf Bäume geklettert oder beim gegenseitigen abschießen mit Spielzeugpistolen mitgemacht. Auf einem Heimvideo von früher spielt mein jüngerer Bruder als Baby mit einer Puppe von mir. Also meine Eltern haben immer viel neutral gehalten. Wenn es Puppen, Autos etc gab dann immer nur weil wir das so wollten - nicht weil meine Eltern das wollten.


Passend dazu hab ich grad auch auf Facebook ein Interessantes Thema... Mädchen und Videospiele. :lol: Soll ja angeblich ein seltenes Phänomen sein. Kann ich so gar nicht bestätigen. Ich treffe in meinen mmo's sehr viele weibliche Spieler an. %)
 

Swjosdotschka

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Passend dazu hab ich grad auch auf Facebook ein Interessantes Thema... Mädchen und Videospiele. :lol: Soll ja angeblich ein seltenes Phänomen sein. Kann ich so gar nicht bestätigen. Ich treffe in meinen mmo's sehr viele weibliche Spieler an. %)


Wie kommt man denn darauf, dass das selten ist? https://www.wired.de/collection/life/studie-genauso-viele-frauen-zocken-videospiele-wie-maenner

Das war noch 2015, da wird sich nicht viel verändert haben. Bei ProgrammiererInnen sieht es halt anders aus, weil denen noch immer gender-gap-Steine in den Weg gelegt werden.

Und die Repräsentation von Frauen außerhalb der Sims sind stellenweise echt gruselig, ja. Aber SPIELERINNEN gibt es deswegen trotzdem nicht wenige.

EDIT: Oder geht es hier explizit um Mädchen und nicht Frauen? Dann muss man auch da ja mal wieder das inzwischen wieder veränderte Erziehungsverhalten beobachten. In den 80ern und 90ern durften meine Freundinnen noch Videospiele spielen, ohne dass man besorgt war, ihnen wächst ein Penis. Eltern heutzutage sind da erschreckend oft ganz anders gestrickt. Wie du schon sagst, Heartfilia, es spiegelt sich ja schon an der Wahl der Klamotten wieder. Und wenn Konsole und PC nicht pink sind, dann sind sie ja nicht für Mädchen geeignet. ;)
 
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Zora Graves

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Gruselig, was ihr hier so erzählt. Da ich im Familien- und Bekanntenkreis keine Kinder im Kindergarten-/Grundschulalter hab, bekomm ich die momentane Entwicklung da gar nicht so mit - den Schlafanzug von Lidl hab ich allerdings im Prospekt auch gesehen. Fürchterlich sowas, und auf mehreren Ebenen imo ziemlich unangebracht. Und um die Ü-Eier extra für Mädchen konnte man ja auch nicht drumherumkommen. Aktuell dank der Weihnachtskonsumzeit gibts sonst ja auch genügend Beispiele für gegendertes Spielzeug :rolleyes:
Allerdings ist mein Cousin letztes Jahr Vater geworden und mit seiner Familie (es ist so komisch das so zu formulieren, der ist jünger als ich und ich seh den noch gar nicht so erwachsen xD) in ein Haus gezogen und da gabs so ne Situation mit meiner Tante, bei der ich nur mit den Augen rollen konnte: Sie hat bei der Renovierung mitgeholfen und seitdem gibt es bei denen im Badezimmer zwei verschiedene Rollen Toilettenpapier, eine schlichte weiße und eine mit Einhornaufdruck für Mädchen. Fand sie witzig, ich finds eher unnötig weil dieses ständige Gegendere dadurch trotzdem (und gar nicht mal subtil) vermittelt wird. Meine Mutter hat dem Sohn von meinem Cousin daraufhin so ein Sorgenfresser-Kuscheltier zum ersten Geburtstag geschenkt, in Rosa. Fand meine Tante dann wohl nicht mehr witzig :D Hab ihre Reaktion leider selber nicht gesehen, aber laut meinen Eltern hat sie extrem verkniffen geschaut xD
Ich bin auch absolut nicht als typisches Mädchen erzogen worden, da hätte man bei mir wohl auch auf Granit gebissen. Ich wollte nie eine Puppe haben, Rosa fand ich in sämtlichen Schattierungen schon immer grundsätzlich ganz furchtbar und ich bin lieber in Latzhosen auf den nächsten Baum geklettert statt im Kleidchen rumzuhüpfen und Prinzessin zu spielen. Mein femininstes Hobby war wohl mein Playmobil-Haus, aber damit hab ich auch höchst undamenhafte Geschichten gespielt, auch mit Freunden jeglichen Geschlechts zusammen. Mit denen wurde aber auch genauso mit Matchbox-Autos, Konsolen und Legos gespielt. Auch was Medien angeht stand bei mir eher Dragonball als Sailor Moon an. Und nur um das klarzustellen, ich halte eigentlich keine dieser Aktivitäten für notwendigerweise feminin oder maskulin, aber allgemein werden sie halt so aufgeteilt, daher nehm ich das jetzt mal so als Beispiel.
(Heute würde ich mich btw als nonbinary statt weiblich identifizieren und ich denke, dass mir diese recht freie Art der Erziehung mir überhaupt erst die Möglichkeit dazu gegeben hat, das in Betracht zu ziehen.)
 
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Joliefelidae

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Wenn einem aber rosa gefällt? Oder das Einhorntoilettenpapier? Ich hab zwar keines, würde es aber trotzdem witzig finden und es kaufen wenn es im Angebot wäre. Meine Kleine trägt viel pink/rosa aber auch dunkelblau und hat auch gern ein Kleidchen an, warum soll ich sie neutral anziehen? Mir geht der Genderwahn etwas auf den Schwimmer...auf was man jetzt alles plötzlich achten muss, damit man keinem auf den Schlips tritt. Einfach jeden so sein lassen wie er ist, aber nicht gleich pikiert sein wenn man mal ausversehen vergisst es allen recht machen zu wollen.

Neutral wäre für mich: gelb, grau, grün, schwarz, braun - fände ich schrecklich (ich trage gern grau XD). Es ist ätzend das alle versuchen es jedem Recht zu machen, da darf das Kind nicht mehr rosa tragen, vielleicht fühlt es sich nicht als Mädchen, sondern möchte lieber grün tragen, bzw. drückt man das Mädchen somit gleich in die Puppenecke und das darf man nicht etc. pp.

Ist mir buggy und keiner sollte sich davon beeinflussen lassen, oder andere deswegen anschwärzen (das wird hier nicht getan, das meine ich nicht).
Mir ist es egal ob jemand "er, sie, es" ist, Hauptsache er versucht nicht mich zu "er, sie, es" zu machen

Rot war früher eine "Männerfarbe", Jesus hatte einen roten Umhang, Maria einen blauen, damit sieht man schon gut die Farbverteilung.

So Ende und Aus :-)
 
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Heartfilia_

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Na verbieten würde ich meinen Kindern, wenn ich welche hätte, es auch nicht wenn sie etwas unbedingt wollen. Aber ich würde halt kein Wert drauf legen das die Tochter Rosa trägt und mit Puppen spielt und der Junge blau trägt und mit Autos spielt.. ich würde das den Kindern überlassen. Ganz so, wie es meine Eltern mit uns gemacht haben.

Ich finde auch eigentlich viel schlimmer, das die Kinder vom Kleinkindalter an schon mit Smartphones erzogen werden. Knatscht das Kind rum kriegt es das Smartphone in die Hand - fertig. Find ich ganz grausig sowas. Und das hab ich in meinem Bekanntenkreis erlebt. Mitunter an meiner eigenen Nichte. Der wird auch ständig das Ding in die Hand gedrückt. Und die kann das bedienen wie ein Weltmeister, ohne lesen zu können.

Oder die Namen die den Kindern heute so gegeben werden, davon brauch ich gar nicht anfangen...
 

Swjosdotschka

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Wenn einem aber rosa gefällt? Oder das Einhorntoilettenpapier? Ich hab zwar keines, würde es aber trotzdem witzig finden und es kaufen wenn es im Angebot wäre. Meine Kleine trägt viel pink/rosa aber auch dunkelblau und hat auch gern ein Kleidchen an, warum soll ich sie neutral anziehen? Mir geht der Genderwahn etwas auf den Schwimmer...auf was man jetzt alles plötzlich achten muss, damit man keinem auf den Schlips tritt.

Wenn es dir oder deinem Kind gefällt, ist es doch völlig okay. Es geht nicht darum, rosa für Mädchen zu verteufeln, sondern eine WAHLMÖGLICHKEIT aufzuzeigen. Wenn man Kindern suggeriert, dass sie nur in rosa echte Mädchen sind und aufgrund ihres Geschlechtes ein eigenes Toilettenpapier brauchen, DANN ist das ein Problem. Und nur dann. Und genau das passiert gerade in unserer Gesellschaft.

Oder die Namen die den Kindern heute so gegeben werden, davon brauch ich gar nicht anfangen...

Da sitze ich im Glashaus und finde Nameshaming auch problematisch. Wer bestimmt denn, was "anständige" Namen sind? Müssen sie dafür häufig sein? Oder in einer bestimmten Sprache? Leicht aussprechbar, für jeden sofort zu erfassen?
Mein Freund und ich würden unserem Kind zum Beispiel gerne einen bestimmten gälischen Namen geben. Ganz ohne irische oder schottische Wurzeln. Wird sie vielen erklären müssen, wie man ihren Namen ausspricht? Ja. Wird sie deswegen bei der Jobsuche auffallen? Ja. Ist mir lieber, als wenn sie als 10. Anna Müller aussortiert wird. ;)
 
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Lyria

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Klar ist es gar kein Problem, Rosa zu mögen ;) oder sich als Frau zu schminken - aber wer das nicht mag, der sollte eben nicht gezwungen werden - wie Swjosdotschka schon schrieb. Wenn Du einen Sohn hättest, dürfte er ja vermutlich auch Einhorntoilettenpapier verwenden und wohlmöglich sogar Kleider tragen, genau wie Du Deine Tochter ja sicherlich nicht schreiend und weinend gegen ihren Willen in ein Kleid zwingen würdest, wenn sie es nicht tragen wollen würde.

Kinder kopieren ja auch oft etwas die Umgebung und in vielen Familien ist es vielleicht dann doch so, dass nicht beide Partner gleichermaßen die Aufgaben erfüllen. Das ist nicht schlimm - solange deutlich gemacht wird, dass es eben Menschen sich, die diese Aufgaben erfüllen, nicht Geschlechter.
Zum Beispiel ist es bei uns so, dass mein Mann die Küche "unter sich" hat, kocht und die säubert und ich mich in der Regel um die Wäsche kümmere. Beides ist wichtig und natürlich kann er auch waschen und ich kochen (beim Putzen bin ich mir da nicht so sicher *g*) - schwierig würde es nur werden, wenn wir unseren Kindern vermitteln würden, dass eine Tätigkeit wertvoller ist und per se nur von einem Geschlecht ausgeübt werden kann.
Oder anderes Beispiel - kein Problem, wenn ein Paar sich entscheidet, dass ein Partner für die Familie zuhause bleibt und der oder die andere arbeitet - aber beides ist gleich viel wert.
 
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Klar ist es gar kein Problem, Rosa zu mögen ;) oder sich als Frau zu schminken - aber wer das nicht mag, der sollte eben nicht gezwungen werden - wie Swjosdotschka schon schrieb. Wenn Du einen Sohn hättest, dürfte er ja vermutlich auch Einhorntoilettenpapier verwenden und wohlmöglich sogar Kleider tragen, genau wie Du Deine Tochter ja sicherlich nicht schreiend und weinend gegen ihren Willen in ein Kleid zwingen würdest, wenn sie es nicht tragen wollen würde.

Kinder kopieren ja auch oft etwas die Umgebung und in vielen Familien ist es vielleicht dann doch so, dass nicht beide Partner gleichermaßen die Aufgaben erfüllen. Das ist nicht schlimm - solange deutlich gemacht wird, dass es eben Menschen sich, die diese Aufgaben erfüllen, nicht Geschlechter.
Zum Beispiel ist es bei uns so, dass mein Mann die Küche "unter sich" hat, kocht und die säubert und ich mich in der Regel um die Wäsche kümmere. Beides ist wichtig und natürlich kann er auch waschen und ich kochen (beim Putzen bin ich mir da nicht so sicher *g*) - schwierig würde es nur werden, wenn wir unseren Kindern vermitteln würden, dass eine Tätigkeit wertvoller ist und per se nur von einem Geschlecht ausgeübt werden kann.
Oder anderes Beispiel - kein Problem, wenn ein Paar sich entscheidet, dass ein Partner für die Familie zuhause bleibt und der oder die andere arbeitet - aber beides ist gleich viel wert.

Das sehe ich auch so. Bei der Kleiderfrage haben Mädchen ja sogar einen Vorteil. Wenn ein Mädchen sich eher wie ein Junge anziehen mag, dann kann es so ohne Probleme auch in die Schule gehen. Ein Junge, der vielleicht mit 13 Kleid und Schminke tragen will, das ist dann doch problematisch. Nicht, weil es falsch wäre oder so, aber weil Kinder und Jugendliche echt grausam sein können. Das kommt natürlich immer auf die Situation ab, aber gerade mit Cyber-Mobbing, Handy und co. ist da sehr schnell eine extreme Zerstörung des Selbstwertgefühles möglich.

Ich kenne ein Fallbeispiel aus einem Projekt, wo ein Junge einem Mädchen ein Foto seines kleinen Freundes geschickt hat (pupertierende Schüler). Daraufhin hat das Mädchen das Foto an alle in der Klasse per Handy geschickt und es hieß dann "Guckt hier, da ist der ****** vom X."

Das sind alles ziemliche Problematiken, wo Mädchen mit kurzen Haaren und Hosen eben schon den Vorteil haben, dass es Normalität geworden ist. Da würde ich mit meinem Sohn vielleicht drüber reden, dass es nicht schlimm ist, aber er vielleicht erstmal noch bei den Hosen bleiben soll, bis er etwas älter ist. Oder es vielleicht auch erstmal mit den Lehrern besprechen, damit man auch die Klasse darauf vorbereiten kann. Ich glaube nämlich nicht, dass jeder Mitschüler Eltern zuhause hat, die ihm als Ansprechpartner bei der Frage bezüglich Toleranz von Männern in Frauenkleidern zur Verfügung stehen.

Selbst an der Universität ist das noch problematisch. Zwar wird da nicht so direkt drüber geredet oder jemand angefeindet, aber dennoch gibt es oftmals negatives Gerede hinter dem Rücken. Besonders Kinder von traditionellen Familien, die oftmals auch christdemokratisch eingestellt sind, akzeptieren etwas von der Norm abweichendes zwar wegen Toleranz, aber denken dann oftmals doch, dass es halt toleriert werden muss, aber halt nicht ganz normal ist. Nach dem Motto: Du darfst so leben, aber es tut mir schon leid, dass du so sein musst. Gott sei Dank bin ich ja "normal".
 
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dagobert

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ich bin, als mein sohn auf die welt kam, anschließend auch zu hause geblieben.
a: konnten wir es uns finanziell leisten. (ist ja auch nicht so selbstverständlich) und
b: hab ich es durchaus genossen mich ganz der familie zu widmen.
wo ich allerdings immer etwas allergisch reagiert habe, wenn es dann hieß, ach "nur" hausfrau und mutter.:polter:
bei meinem sohn und schwiegertochter ist es so, das sie die handwerklich geschicktere ist.:up: was die frau alles macht und sich zutraut ist der hammer.
mein sohn kann dafür anderes besser. aber den kindern wird beigebracht, egal wer was kann oder macht, es ist gleichwertig.
 

Heartfilia_

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Da sitze ich im Glashaus und finde Nameshaming auch problematisch. Wer bestimmt denn, was "anständige" Namen sind? Müssen sie dafür häufig sein? Oder in einer bestimmten Sprache? Leicht aussprechbar, für jeden sofort zu erfassen?
Mein Freund und ich würden unserem Kind zum Beispiel gerne einen bestimmten gälischen Namen geben. Ganz ohne irische oder schottische Wurzeln. Wird sie vielen erklären müssen, wie man ihren Namen ausspricht? Ja. Wird sie deswegen bei der Jobsuche auffallen? Ja. Ist mir lieber, als wenn sie als 10. Anna Müller aussortiert wird. ;)

Das meinte ich damit eher gar nicht. Ich finde nur diese Modenamen so gruselig. Nachher sitzen da 10 Mia Sophies und Jason Joels in der Klasse. Grauenvoll. Jedes 2. Kind wird so genannt. Hab immer das Gefühl, der Großteil der Eltern googlet einfach "beliebteste Namen" und nimmt einen der obersten 3. Finde das immer ein bisschen... Ideenlos. Ich lese immer wieder dieselben Kindernamen. Mia, Pia, Jason, Joel... an sich hab ich nichts gegen die Namen, aber es muss doch nicht jedes 2. Kind so heißen. Obwohl, der Lehrer ist dann schnell durch, brauch dann pro Geschlecht nur 2-3 Namen aufrufen. :lol:
Ich fande den namen Mia mal soo schön und wir hatten sogar mal ne Katze die so hieß. Mittlerweile kann ich den Namen nicht mehr sehen, schon gar nicht im Zusammenhang mit Sophie. Ne Zeit lang war bei jedem Artikel den ich über Neugeborene gesehen habe immer mindestens 1 Mia Sophie dabei.

Originelle Namen die auffallen finde ich dagegen gut. Ich wünschte ich hätte so einen. Mein Name war leider auch damals recht beliebt. Und immer wenn ich irgendwelche Namensvetterinnen treffe sind das totale... äh.. naja. Ihr wisst schon. %)
Und ich HASSE es wenn jemand so heißt wie ich, weil ich dann immer mit "die kleine" angesprochen werde. IMMER. Es nervt. Da hör ich ja noch lieber meinen doofen Nachnamen als immer "die Kleine". :mad:
 
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timida

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Wenn mir aber nun gerade zB Pia so gut gefällt, dass ich ihn unbedingt als Namen haben möchte?
Ein bissl Nameshaming ist das schon. Ich kann doch nichts dafür, dass zig andere den Namen auch toll finden - für mich wäre das kein Grund auf einen sehr gut gefallenden Namen zu verzichten.

Ich selbst hab es zB gehasst, dass mein Name ständig falsch ausgesprochen wurde und ich ihn immer Buchstabieren musste.
Aber ja eigene Erfahrungen spielen da sicher mit rein - meine Kinder werden vermutlich auch schlichte einfache Namen bekommen. Ob es bis zu ihrer Schulzeit dann auch Namen sind, die noch zig weitere in ihrer Klasse haben werden? Wer weiß ... das ist dann eben so.

Finde aber auch das ganze Kevinismusthema echt furchtbar. Die Stigmatisierung die da hinter steckt.



Und obwohl ich mich durchaus auch ausführlich im Studium mit dem Genderthema beschäftigt hab, ertappe ich mich selbst oft genug dabei, wie ich diesem Stereotypendenken unterliege.

Eine Freundin heiratet übernächstes Wochenende. Als Geschenk wird es einen selbstgebastelten Heißluftballon geben. Im Körbchen das Hochzeitspaar in Form von selbstbemalten Holzfigürchen sitzend.
Und da die beiden schon zwei Mädls haben, kommen natürlich auch zwei Miniholzfigürchen zusätzlich mit rein.

Und wie hab ich die angemalt? Natürlich rosa. :D Als mir das auffiel, hab ich kurz überlegt, es gelb überzumalen. Aber das finde ich auch doof. Die weiblichen Püppchen haben btw alle Kleidchenform. Die männliche Puppe weicht von dieser Form ab.
Ich finde es aber auch anstrengend, da jetzt auf Teufel komm raus von abweichen zu müssen.



Das erste Geschenk von mir an meine Nichte war dagegen zB ein Bagger. Einfach, weil sie die toll fand.
 
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Cosmic Dream

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Ich finde zwanghaft neutral erziehen genau so schlimm wie zwanghaft in ein typisches Rollenklischee pressen.

Jedes Kind (Mensch) hat bei klaren Strukturen/Bildern zwei Möglichkeiten:

a) sich mit etwas identifizieren
b) sich mit etwas nicht identifizieren und dadurch die eigene Persönlichkeit finden

Was ich erschreckend finde, ist, wenn Rollenbilder mit Entwertung/Degradierung zum Objekt einhergehen. Ein Bekannter von mir (anderes EU-Land) befindet sich zur Zeit in der Ausbildung zum Grundschullehrer und erzählte, daß sie für 2-4 Jährige so eine Art Rollenspiel hatten (Vater/Mutter/Kind/Familie/Erwachsene). Die "Mutter" wurde durch pinke High Heels symbolisiert und der Vater durch Aktenkoffer und Hut... Er meinte, die Mädchen hätten sich dann um die Schuhe gestritten, weil jede die haben wollte.
Mich hat das irgendwie entsetzt, weil es so kleinen Kindern gleich einimpft, Frauen/Mütter sind "Sexobjekte" (für mich stehen solche Schuhe für N** am Straßenstrich... oder Stripclubs), während Männer seriös arbeiten und Geld verdienen (Aktenkoffer + Hut).
Ich habe ihn dann gefragt, was die Mütter der Kinder für Schuhe tragen und er meinte Turnschuhe. Wir hatten in der Grund- und Vorschule zwar auch solcher Vater-Mutter-Kind-Spiele, aber niemals solche Schuhe... und vermutlich hatten wir noch Puppen und Kasperlpuppen aber eben kindgerecht, ohne sexuellen Bezug für Erwachsene.



Für Firmen ist es natürlich praktisch Spielzeug zu trennen für mehr Verkaufszahlen/PR usw.

Von Mädchenüberraschungseiern hab ich bisher nichts gewußt, was soll da drin sein?

Ich finde es besser, wenn Frauen Mütter sein können und nicht der Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, Mütter, Geliebte (gute Ehefrau) und auch noch Top im Job sein zu müssen. Darunter leiden letzlich nur die Kinder und Frauen selbst. Von daher finde ich, zumindest in den ersten Jahren, sollte der Vater die Familie versorgen und nicht die Mutter alles übernehmen...

Bei vielen im Bekanntenkreis war es jedoch so, daß alles an den Müttern hängenblieb, weil die Väter die Verantworung nicht übernommen haben, die sie als Teil der Familie hätten übernehmen müssen.

Was ebenfalls oft in solchen Diskussionen weggelassen wird, ist, daß heute viele nicht mehr in Großfamilien/Generationen eingebunden sind und somit familiäre Strukturen, die Halt und Hilfe bieten, ebenfalls entfallen. (zB Kinderbetreuung durch Großeltern/Verwandte/ältere Geschwister usw)

Von vielen habe ich gehört, daß sie Kinder nur noch als Kostenfaktor sehen, auch deshalb, weil sie dem Kind etwas bieten wollen. Ein Bekannter sagte zB nach der Geburt des ersten Kindes, daß es wohl bei einem bleibt, weil es sonst zu teuer wird und schon jetzt Geld wegfällt, weil die Mutter/Ehefrau zu Hause ist solang das Kind klein ist.

Alternativ könnten natürlich mehr Menschen Kinder in Kindergärten usw. abschieben, doch wozu eigene Kinder bekommen, wenn diese dann von Fremden erzogen werden, schon als kleine Kinder?

Daß Mädchen oder Frauen eher machen/anziehen können, was sie wollen, stimmt so auch nicht. Gerade im Teenageralter werden Mädchen von anderen dann gemobbt, wenn sie nicht tussig genug sind mit Schminke usw. Nur, daß dann eben gesagt wird, sie werden "nie einen Kerl abkriegen", während zu einem Jungen, der sich schminkt wohl eher gesagt wird "omg du bist ja voll schwul" (oder ähnliches).

Es ist nicht das zweite x-Chromosom das empathisch macht oder das y Chromosom, dass das Technikverständnis vererbt. Es ist Erziehung und Gesellschaftliche Prägung
Jeder Mensch hat auch noch eigene Vorlieben, Interessen und Charakterzüge. Je nachdem wie frei ein Kind aufwächst, traut es sich, diese zu verwirklichen.

Interessanterweise ist jeder Sohn der Mutter durch das X Chromosom ähnlicher als Töchter ihren Müttern, weil bei Töchtern ein X deaktiviert wird, während das X bei Söhnen immer aktiv ist. Man könnte also sagen, Söhne haben immer "mehr" von ihren Müttern als Töchter. (Da bestätigt die Genforschung auch so ein Klischeebild).

Oder nehmen wir den Vaterschaftsurlaub? Gibt es bei uns schlichtweg nicht.
Was ist mit der Militärpflicht für Frauen? Bei diesem Thema sind die Leute (vor allem Frauen), die nach Gleichbereichtigung schreien plötzlich auch ganz still..
(btw. diese zwei Punkte sind auf die Schweiz bezogen)
In Deutschland gibts das ja. Wenn man davon ausgeht, daß nur ein Elternteil Urlaub nimmt, fände ich es sehr befremdlich, wenn der Vater zu Hause bleibt und die Mutter arbeiten geht, weil die Mutter das Kind ausgetragen hat und im Idealfall auch stillt und nicht der Vater. Bleibt die Mutter zu Hause, hat sie vielleicht auch die Möglichkeit, sich etwas von den Strapazen zu erholen und sich ums Kind kümmern zu können.

Von daher würde ich Vaterschaftsurlaub nur bei Adoptionen oder Leihmütterkindern als sinnvoll empfinden.
(Kenne einige, wo die Mutter aufgrund der Umstände nach der Geburt arbeiten gehen mußte und das lief nie gut ab...)

Die Frauen, die hier zur Armee gehen, dürfen dann als Sexobjekt herhalten, bis hin zu Vergewaltigungen. Wieso sollten (viele) Frauen sich also freiwillig in eine Situation begeben, in der sie noch stärker den patriachalen Strukturen zum Opfer fallen als in anderen Lebensbereichen?

Aber vermutlich existiert erst dann "echte" Gleichberechtigung, wenn Frauen anfangen ebenso oft Gewalt und Machtmißbrauch anzuwenden wie Männer.

Die #metoo Diskussion hat das auch wieder gezeigt. Wenn Frauen belästigt oder vergewaltigt werden, sind sie ja "irgendwie" selbst dran Schuld. Wenn zufällig Männer von Mnnern belästigt werden, ohne vergewaltigt worden zu sein, bedeutet das gleich das Karriereende des Täters und eine vereinte Empörung, wie sie, wenn Frauen die Geschädigten sind, nie stattfindet.
(Ich beziehe mich auf gewisse Promi/Schauspieler, wo die Unterschiede in der Berichterstattung und Reaktion doch sehr unterschiedlich waren zwischen Männern, die Männern geschadet haben und Männern, die Frauen geschadet haben. Da gabs auch komischerweise kein "ob das überhaupt stimmt, muß erstmal geklärt werden...")

Ich kenne ein Fallbeispiel aus einem Projekt, wo ein Junge einem Mädchen ein Foto seines kleinen Freundes geschickt hat (pupertierende Schüler). Daraufhin hat das Mädchen das Foto an alle in der Klasse per Handy geschickt und es hieß dann "Guckt hier, da ist der ****** vom X."
Sowas würde ich schon als sexuelle Belästigung sehen... bzw Grenzüberschreitung.
 
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Sowas würde ich schon als sexuelle Belästigung sehen... bzw Grenzüberschreitung.


War es auch. In diesem Falle aber war es das Mädchen, das der Täter war. Das Problem bei der Sache war auch, dass es Minderjährige waren. Und sobald das Kind in den Brunnen gefallen ist, soll heißen, sobald so etwas gemacht wurde, gab es die psychologischen Probleme. Auf rationaler Ebene kann man es natürlich erklären, aber das hilft dem Opfer, in dem Fall war es ein Junge, leider nicht.

Das Mädchen war auch vorher seine erste Freundin. Da war es wohl eine Art Rache der Ex oder sowas. Aber jedenfalls ist es eben sehr schwierig, mit dem Opfer aber auch dem Täter dann umzugehen. Weil der subjektive Leidensdruck nach so etwas natürlich da ist.

Interessant ist, dass psychologische Studien zeigen, dass in dem Fall ein klares Bekenntnis zum Opfer und eine ganz klare Klarstellung, dass das eine auch strafrechtlich relevante Tat war, helfen. In der Arbeitsgruppe damals gab es viele Teilnehmer, die auf den Fall sagten, dass der Junge ja selbst schuld sei, weil er das Foto gemacht hat. Dabei war es ja seine Ex-Freundin, die sich einer Tat schuldig gemacht hat, indem sie seine Persönlichkeitsrechte ignoriert hat.

Das ist leider oftmals genau das Kernproblem. Das Opfer wird als selbst schuld gesehen (wie z.B. auch ein Junge, der ein Kleid trägt) und nicht diejenigen als Täter, die jemanden aufgrund einer abweichenden Charakteristik in welcher Form auch immer schädigen.

Aber da ist es immer schwierig pauschal zu entscheiden. Wie reagieren die Lehrer? Wie die anderen Eltern? Wie informiert ist jeder?

Zum Thema Vater zuhause: Also, ich finde ein Vater kann durchaus auch nach der Schwangerschaft zuhause bleiben. Ich finde, da bist du in deiner Argumentation nicht mit dir selbst schlüssig. Einerseits sagst du, dass Frauen in der Armee als Sexobjekt herhalten müssen aufgrund der patriarchalen Strukturen, andererseits meinst du dann, dass es in deinen subjektiv empfundenen Fällen, wo der Mann zuhause war und die Frau arbeiten ging, nie gut lief und auch nicht gut laufen kann. Das ist aber dann genau die gleiche Vorverurteilung, die man ja eigentlich vermeiden möchte. Ich denke, ein Mann der bei seinem Kind zuhause bleiben will, sollte das tun können.
Und das mit der wahren Gleichberechtigung, die nur durch Gewalt kommen kann, finde ich absolut Unsinnig. Sorry, aber das muss ich so sagen. Da wird es ja gerade so dargestellt, als seien Frauen immer Opfer von Gewalt durch Männern und nur eine Art revolutionäres Aufbegehren der Frauen mit dem Ziel der gewaltsamen Unterdrückung von Männern könne das ändern.

Man muss da sehr aufpassen, dass wir nicht einfach die eine Unterdrückung durch eine andere ersetzen.
 
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timida

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Ich würde nicht sagen, dass da nur die Handlungen des Mädchens daneben waren.
Das verschicken von Bildern mit Geschlechtsteilen drauf sehe ich durchaus auch schon als sexuelle Belästigung.

Ich will damit nicht sagen, dass er selbst schuld hat. Das weiter verschicken geht ganz klar gar nicht.
Aber überhaupt das verschicken ohne Aufforderung eben auch nicht. Pubertierend hin oder her.

Für mich sind beides Themen, die dann in der Schule thematisiert werden sollten.
 
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Swjosdotschka

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Ich finde es besser, wenn Frauen Mütter sein können und nicht der Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, Mütter, Geliebte (gute Ehefrau) und auch noch Top im Job sein zu müssen. Darunter leiden letzlich nur die Kinder und Frauen selbst. Von daher finde ich, zumindest in den ersten Jahren, sollte der Vater die Familie versorgen und nicht die Mutter alles übernehmen...

Ich befürworte auch, dass - wann immer es finanziell und psychisch möglich ist - einer die ersten drei Jahre beim Kind bleibt. Aber wieso MUSS das die Mutter sein? Kann doch auch der Vater sein und die Mutter schafft das Geld ran.

EDIT: Die Frau kann sich so oder so 6 Wochen von den Strapazen der Geduld erholen. Muttermilch kann man abpumpen. Und man kann auch gemeinsam Erziehungszzeit nehmen . beispiel die Mutter die ersten drei Monate, der Vater den Rest o.ä.
 
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julsfels

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Ich finde es besser, wenn Frauen Mütter sein können und nicht der Mehrfachbelastung ausgesetzt sind, Mütter, Geliebte (gute Ehefrau) und auch noch Top im Job sein zu müssen. Darunter leiden letzlich nur die Kinder und Frauen selbst. Von daher finde ich, zumindest in den ersten Jahren, sollte der Vater die Familie versorgen und nicht die Mutter alles übernehmen...
Ich finde es besser, wenn das jede Frau bzw. jede Familie für sich entscheidet. Und zwar ohne sich vor anderen rechtfertigen zu müssen.

(Kenne einige, wo die Mutter aufgrund der Umstände nach der Geburt arbeiten gehen mußte und das lief nie gut ab...)
Ach, da kann ich reichlich Gegenbeispiele auflisten. Ich bin einer davon. :D
Und es gibt einen Unterschied zwischen müssen und wollen.

 

simantha79924

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Ich finde es besser, wenn das jede Frau bzw. jede Familie für sich entscheidet. Und zwar ohne sich vor anderen rechtfertigen zu müssen.


Ach, da kann ich reichlich Gegenbeispiele auflisten. Ich bin einer davon. :D
Und es gibt einen Unterschied zwischen müssen und wollen.

Genauso seh ich das auch, ich z. B. bin der Typ Hausfrau und hab mich gern um Kinder und Haushalt gekümmert. Meine Schwester ist lieber berufstätig und war nur kurze Zeit zuhause, während dann mein Schwager der Hausmann war. Er hat auch noch ein Tageskind betreut. Jeder muss das für sich entscheiden.
 

Cosmic Dream

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Beim Foto kommt es drauf an, ob es mit Aufforderung verschickt wurde oder nicht. So wie du es zuerst schriebst, klang es eher nach "schau mal wie geil ich bin".

So ein Verhalten haben nicht nur Jugendliche, vor allem im Internet kann sowas auch zwischen Älteren vorkommen. Es ist egal, wer wem unaufgefordert sowas schickt oder sich plötzlich bei einem Videochat auszieht (=da kann sich eine Frau, wo der Mann sowas macht genau so belästigt fühlen wie ein Mann, wo die Frau das tut).

Nacktfotos vom Ex veröffentlichen hat auch schon Gerichte beschäftigt. Deshalb ist die sicherste Methode, solche Fotos gar nicht erst zu machen.

Einerseits sagst du, dass Frauen in der Armee als Sexobjekt herhalten müssen aufgrund der patriarchalen Strukturen, andererseits meinst du dann, dass es in deinen subjektiv empfundenen Fällen, wo der Mann zuhause war und die Frau arbeiten ging, nie gut lief und auch nicht gut laufen kann. Das ist aber dann genau die gleiche Vorverurteilung, die man ja eigentlich vermeiden möchte. Ich denke, ein Mann der bei seinem Kind zuhause bleiben will, sollte das tun können.
Mit Vorverurteilung bzw. Sexismus gegen Frauen hat das nichts zu tun, sondern mit Erfahrungen und es war bei keinem Fall so, daß der Mann meinte oh super ich will Daddy sein, sondern daß es immer mit den Umständen zusammenghing, die Mütter also auch nicht "freiwillig" meinten, yo super, ich will nu sofort wieder arbeiten und das Baby ist out, Arbeit ist viel spannender... sondern ihnen fehlte dann auch die Zeit mit dem Baby, weil da so viel passiert innerhalb der ersten Jahre.

Ich habe nunmal bisher noch nie Eltern kennengelernt, wo es anders war, sprich, die Frau trotz Baby lieber weiter Karriere machen wollte und der Mann es toll fand, Hausmann zu spielen. Wäre das tatsächlich so beliebt bei Männern und Frauen, müßte es viel mehr geben (und auch in den Statistiken zum Elternurlaub auftauchen, daß mehr Männer Vaterschaftsurlaub nehmen wollen und nicht nur so ein geringer %satz), wo es gezielt so entschieden wird und nicht aus unbeeinflußbaren Umständen heraus entsteht.

Die Nachteile der Elternzeit/Arbeitspause zeigen sich dann in den Statistiken zur Rente und den Unterschieden zwischen Frauen und Männern.

Wirtschaftlich betrachtet, lohnt sich Elternzeit/Berufspause demnach nicht. Wenn man das noch mit der Häufigkeit der Scheidungen/Alleinerziehenden verknüpft, wo dann zB auch keine spätere Witwenrente existiert, weil die Eltern später kein Paar mehr sind, dann wäre es für jede Frau sogar vorteilhafter, gleich nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen.

=> Kinderaufzucht hat im Vergleich zu Job keinen materiellen Gegen/wert

Wenn also über gesellschaftliche Rollenbilder diskutiert wird, gehört eigentlich viel mehr dazu als nur ob das Mädchen rosa trägt und der Junge blau, sondern auch der Status/Wert von Familie/Kindern innerhalb einer Gesellschaft.

Deutschland ist EU weit wirtschaftlich am stärksten, hat jedoch mit das größte Lohngefälle zwischen Männern und Frauen und ebenfalls eine rückläufige/sehr niedrige Geburtenrate.

Hat sich auch kaum was geändert in den letzten Jahren:

Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle kann verschiedene Ursachen haben, z. B. Unterschiede in der Erwerbsteiligung, Unterschiede bei den überwiegend von Männern bzw. Frauen ausgeübten Berufen und Tätigkeiten, Unterschiede im Umfang der Teilzeittätigkeit von Männern und Frauen sowie die Einstellung der Personalabteilungen im privaten und öffentlichen Sektor zu beruflichem Aufstieg und zu unbezahltem Urlaub und/oder Mutterschafts-/Elternurlaub. Zu den Faktoren, durch die sich geschlechtsspezifische Verdienstunterschiede zumindest teilweise erklären lassen, gehören die berufliche Segregation, die allgemeine und berufliche Bildung, Bewusstseinsbildung und Transparenz sowie konkrete Diskriminierung. Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle spiegelt auch andere Ungleichheiten wider. Dazu zählt insbesondere der unverhältnismäßig hohe Anteil Frauen, die sich um die Familie kümmern, mit den entsprechenden Schwierigkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren. Viele Frauen haben Teilzeit- oder atypische Arbeitsverträge. Dadurch verbleiben sie zwar im Arbeitsmarkt und können ihre Aufgaben in der Familie wahrnehmen, doch kann sich dies negativ auf ihre Vergütung, ihre berufliche Entwicklung sowie Beförderungsaussichten und Rentenansprüche auswirken.

Das unbereinigte geschlechtsspezifische Verdienstgefälle ist ein wichtiger Indikator für die Unterschiede zwischen den Durchschnittsverdiensten von Männern und Frauen in der EU. 2015 erhielten Frauen in der EU-28 insgesamt durchschnittlich 16,3 % weniger als Männer; im Euroraum betrug der Unterschied 16,8 %. Die geringsten geschlechtsspezifischen Unterschiede im Durchschnittsverdienst verzeichneten Luxemburg, Italien, Rumänien, Belgien, Polen und Slowenien (jeweils weniger als 10,0 % Differenz). Am größten war das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle in Estland 26,9 %, in der Tschechischen Republik 22,5 %, in Deutschland 22,0 %, Österreich 21,7 % und dem Vereinigten Königreich 20,8 %
Gleichzeitig sind in Deutschland Familien/Kinder von Kinderarmut/Armutsgrenze betroffen (21 % mehr als 5 Jahre lang/dauerhaft, 10% zeitweise; wiederkehrend).

Und das mit der wahren Gleichberechtigung, die nur durch Gewalt kommen kann, finde ich absolut Unsinnig.
Die Formulierung war provokativ gemeint als Überzeichnung, nicht in der Weise, daß ich das tatsächlich für die Lösung halte.
 
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Imani

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Es gibt auch die Möglichkeit, dass sich sowohl Vater und Mutter das Kind erziehen, obwohl beide Arbeiten gehen. Wenn beide sich das aufteilen und Teilzeit arbeiten. Es gibt durchaus Männer die gerne mehr Zeit mit dem Kind haben wollen.
Leider ist hier oftmals sowieso das Problem, dass es finanziell nicht reicht. Dann müssen teilweise beide Elternteile arbeiten. Auch ist es für ein Kind nicht zwingend schlecht, wenn es zwischendurch in einem anderen Umfeld betreut wird, solange dies nicht die Regel ist während sich die Eltern kaum kümmern.

Da folgt dann aber eben das nächste Problem, oftmals verdient der Mann besser und so bleibt dann zwangsläufig die Frau eher beim Kind. Zum einen weil es immer noch die Lohnungleichheit gibt und zum anderen, weil durch das klassische Rollenbild manchmal Männer einfach die höhere Ausbildung hat, von Männern wird grundsätzlich eher Karriere erwartet, als von Frauen.

Eine Frau in einer Kaderposition, welche Kinder hat, wird oftmals einfach per se als schlechte Mutter betrachtet, weil sie Karriere und Kind haben will. Gegenüber Männern hätte ich eine solche Vorverurteilung noch nicht beobachtet.
 

Joliefelidae

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Namenshaming: Gehörte ich früher auch dazu, also habe mir gedacht oh mein Gott ein Oskar, schon wieder, so ein alter hässlicher Name.
Mittlerweile gefällt mir der Name immer noch nicht, genau wie viele alte Namen die gerade "IN" sind (bei uns in der Gegend sind dann wohl nur Oskars, Claras, Linas, Arturs in der Klasse), aber man gewöhnt sich daran, man findet ihn nicht mehr grottenhässlich und denkt sich, was haben die Eltern sich nur dabei gedacht. Man gewöhnt sich an alles XD
Schlimm finde ich nur wirklich Namen wie Popo (ist erlaubt, kam letztens bei uns im Radio, als es darum ging das eine Mutti ihr Kind nicht Luzifer nennen durfte). Namen womit die Kinder echt Probleme bekommen könnten, das hat nichts mit der Aussprache zu tun, daran gewöhnt man sich, aber mit Assoziationen wie Popo oder Barbie.

Rollenbild:
Als junge Mutti wirst du überschüttet von verschiedenen Rollenbildern, bleibst du daheim, bist du nur eine Hausfrau und nicht emanzipiert, gehst du auf Arbeit, bist du eine Rabenmutter die sich nicht kümmert. Ich will dir nicht zu nahe treten Cosmic Dream, aber das machst du ein bisschen - vielleicht ist das aber auch normal, ich schaute auch etwas komisch wenn eine Mutter 3 Jahre daheim bleibt, mittlerweile hab ich mir das auch abgewöhnt, jeder so wie er will, solange es nicht zu Lasten des Kindes geht.
Es ist nicht schlimm das du der Meinung bist, du würdest/bist Zuhause bleiben/geblieben. Weil du das richtig findest. Aber man sollte auch nicht andere kritisieren, die nach 1 Jahr wieder arbeiten gehen.
Ich bin arbeiten gegangen, finde es aber nicht schlimm wenn andere zu Hause bleiben.
Ich persönlich hätte mein Tochter ab 1 Jahr vormittags auf jeden Fall in eine Einrichtung gegeben, man konnte sie daheim gar nicht den ganzen Tag beschäftigen und sie brauchte Kinder. Manche Kleinkinder sind eher introvertiert und brauchen keine anderen Kinder. Es halt jedes Kind anders (um jetzt wieder ein Klischee anzustoßen, fällt mir oft auf, das die Jungen eher Probleme mit so was haben *grins*), und, dass ist wieder richtig, die Großfamilie gibt es nicht mehr, viele andere Kinder die mit im Haus in der Umgebung wohnen, Großeltern, Tanten, Onkel etc. Da habe ich schon Glück, ich wohne noch in einer teilweisen Großfamilie (alle in einem Dorf) und es wird einen schon einiges abgenommen wenn man keine Zeit hat und meine Tochter muss somit nicht von 6-17 Uhr in der Kita sein. Das haben aber viele nicht.

Das ich doch länger als bis Mittag arbeiten muss, hat auch was mit den finanziellen zu tun, 2 weitere Jahre ohne Geld, wäre nicht machbar wenn man sich einen gewissen Standard doch noch leisten will (Urlaub z. Bsp. nicht die Maledieven sondern eher Ostsee aber dennoch, Kino, größeres Auto, was weiß ich) und da stoßen viele an ihre Grenzen.
Oder die Arbeit, trotz Konzept Beruf und Familie, sehen das einige Arbeitgeber nicht gern wenn man oft ausfällt wegen Kind krank oder gar schwanger...
weiteres Klischee: Oft haben richtig gut verdienende Menschen 3 Kinder oder gar nicht verdienende :P

So, jetzt schick ich erst mal ab ;-)
 
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Ich würde nicht sagen, dass da nur die Handlungen des Mädchens daneben waren.
Das verschicken von Bildern mit Geschlechtsteilen drauf sehe ich durchaus auch schon als sexuelle Belästigung.

Ich will damit nicht sagen, dass er selbst schuld hat. Das weiter verschicken geht ganz klar gar nicht.
Aber überhaupt das verschicken ohne Aufforderung eben auch nicht. Pubertierend hin oder her.

Für mich sind beides Themen, die dann in der Schule thematisiert werden sollten.

Liebe Timida, bei diesem Thema muss man besonders rechtlich genau differenzieren. Das ungewollte zusenden von expliziten Inhalten an Menschen, die dies nicht wollen oder nicht ihre Zustimmung gegeben haben ist als sexuelle Nötigung einzustufen. Dieser Fall lag in dem von mir geschilderten Fall nicht vor. Hinzu käme aber auch in diesem Fall die Minderjährigkeit und die Frage, in wieweit der Täter sich seiner Handlung bewusst war. Das ist gerade bei Jugendlichen wichtig, was ja im Jugendstrafrecht Ausdruck findet.

In meinem Fallbeispiel waren beide ein Paar und das Foto von ihm war von ihr nicht unerwünscht. Erst nach der Trennung kam es zu ihrer Handlung des Veröffentlichens ohne Zustimmung.

Was der leitende Psychologe damals besonders klar gemacht hat war, dass viele Eltern gar nicht wissen, wie ihre Kinder Handies und Internet nutzen. Es gibt auch Entwicklungen die zeigen, dass es eine Änderung der Sexualität durch Internet gibt. Das machen von Fotos und verschicken wird von heute jungen Menschen als normal aufgefasst. Aber Gefahren werden leider nicht ausreichend besprochen. Und Opfer als selbst schuld stigmatisiert.

Ein Beispiel: Geschlechtsverkehr und Krankheiten kamen in allen Schichten vor. Doch das Thema wurde tabuisiert. Wenn jemand nun krank wurde, war er eben unmoralisch und selbst schuld. Das gleiche passiert heute oft mit Mädchen und Jungen, aber auch erwachsenen, die sich private Fotos schicken, aber diese dann ohne Recht und Einverständnis veröffentlicht werden. Den Opfern begegnet man dann oftmals eher moralisch wertend, indem man sagt: bist ja selbst schuld. Gerade da muss ein umdenken stattfinden. Besonders bei den Eltern. Auch wenn das eigene Kind gut ist und super erzogen, so bleibt es doch Mensch. Und die Täter glauben bei so einer Stigmatisierung des Opfers oft noch, dass sie im Recht waren, da das Opfer ja unmoralisch ist. Das ist ein Kreislauf. Auch die Täter wissen oft nicht, wie viel Schaden ihr Verhalten anrichtet. Daher muss offen darüber geredet werden. Aber wie gesagt, Lehrer und Eltern wollen oftmals nicht das thematisieren. Am Ende muss dann der Psychologe herhalten.

Zum Thema Eltern und arbeiten: ich finde auch, das sollte jeder selbst entscheiden dürfen. Daher leben wir doch in einer liberalen und freien Gesellschaft. Und man muss auch aufpassen, wenn man auf Statistiken guckt. Ich kenne dazu keine, aber die reine Statistik gibt noch keinen Auskunft über die qualitativen Aspekte eines Problems. Damit meine ich, dass man vielleicht sehen kann, das viele Frauen zuhause bleiben, aber man über die einzelnen Gründe nur spekulieren kann. Da braucht man auch qualitative Querschnitt Studien mit längerer Dauer. Und auch hier gilt der Grundsatz: eine Korrelation ist nicht gleich Kausalität, sprich: nur weil etwas zusammenhängend zu sein scheint, muss es nicht so sein.
 

Heartfilia_

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Namenshaming: Gehörte ich früher auch dazu, also habe mir gedacht oh mein Gott ein Oskar, schon wieder, so ein alter hässlicher Name.
Mittlerweile gefällt mir der Name immer noch nicht, genau wie viele alte Namen die gerade "IN" sind (bei uns in der Gegend sind dann wohl nur Oskars, Claras, Linas, Arturs in der Klasse), aber man gewöhnt sich daran, man findet ihn nicht mehr grottenhässlich und denkt sich, was haben die Eltern sich nur dabei gedacht. Man gewöhnt sich an alles XD
Schlimm finde ich nur wirklich Namen wie Popo (ist erlaubt, kam letztens bei uns im Radio, als es darum ging das eine Mutti ihr Kind nicht Luzifer nennen durfte). Namen womit die Kinder echt Probleme bekommen könnten, das hat nichts mit der Aussprache zu tun, daran gewöhnt man sich, aber mit Assoziationen wie Popo oder Barbie.

Was mich halt eher aufregt sind weniger die Namen an sich, sondern das Denken der Eltern. Entweder muss es der schönste Name sein oder der exotischste oder er muss "in" sein. Oder er muss richtig niedlich sein damit es auch zu dem süßen kleinen Baby passt. Ich habe z.B. zwei Namen, die ich nehmen würde wenn ich mal Mutter werde. Für einen Jungen Joshua, als Spitzname dann Josh und für ein Mädchen Michelle. Das sind schöne Namen wo man weiß wie sie ausgesprochen und geschrieben werden, mir gefallen sie und die Kinder würden später in der Schule dafür nicht verprügelt werden. Und sie passen auch noch wenn die Kinder dann mal keine Kinder mehr sind sondern erwachsen.

Auch gefallen würde mir für ein Mädchen Amelie oder Amelia. Sehr schöne Namen, leicht auszusprechen und passen auch als erwachsener noch. "Oma Amelie" hört sich für mich besser an als "Oma Pipilotta" oder "Oma Mia Sophie".

Was ich auch nicht verstehe, sind die Kevin und Chantall Namen. Selbst wenn man die schön findet, Kinder sind grausam und die wissen nicht das Schubladendenken blöd ist. Ein Kind mit so einem Namen könnte also gemobbt werden. Schon allein aus dem Grund würde ich da sehr gründlich drüber nachdenken, nicht doch lieber einen anderen Namen zu nehmen. Namen die schon stigmatisiert und gebrandmarkt sind da würde ich persönlich immer großen Abstand von halten.. Muss natürlich jeder für sich wissen.

Nachnamen sind da was anderes, die kann sich keiner Aussuchen. Wenn beim heiraten beide einen blöden Nachnamen haben muss man halt abwägen welcher schlimmer ist. Hätte meine Mutter nicht geheiratet, hieße ich jetzt "Steinhart" und das hätte sicher zu mehr Hänselei geführt als der Nachname den ich habe. Kinder kennen Gott sei Dank den Stasi-Typen der so heißt nicht. :lol:
Mittlerweile werde ich aber öfter drauf angesprochen. Gott sei Dank hab ich mit dem Namen aber nichts weiter am Hut. Der Mann von dem der Name kommt ist nicht mein Vater.
 

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